Die Haupträume der Kirche sind an einer Straße platziert und schon von weitem zu sehen, der Kirchenturm steht separat von der Kirche als Endpunkt verschiedener Aussichten bei der Annäherung an die Kirche, und der Gemeindeflügel mit seinen Räumen für die alltäglichen Aufgaben liegt an der Straße Reposalmentie. Die Holzkonstruktionen und eine separate, aus Stein erbaute Sakristei an einer Flanke der Kirche erinnern an die alte finnische Kirchenbautradition.

Die Höhe der Innenräume und ihr Charakter wechseln je nach der Funktion; von der niedrigen, mit einer ebenen Decke gedeckten Eingangshalle gelangt man durch eine Pergola-Halle, die Innen- und Außenraum miteinander verbindet, in den hellen Kirchsaal.

Die Säle und die Halle lassen sich zu einem großen Kirchenraum kombinieren. Die Lichttürme an der Hofseite erstrahlen in der Nacht wie Leuchttürme, und am Tage lassen sie Sonnenlicht in die Innenräume fallen.

Bei den tragenden Konstruktionen und den Verkleidungen konnte man ohne Einschränkungen Holz verwenden, denn das Gebäude ist komplett mit Sprinklern ausgerüstet. Die Wandkonstruktionen bestehen aus Leimholz und setzten sich aus Pfeilern und versteifenden Platten zusammen. Als Decke für den Kirchensaal hat man Leimholzbalken mit Verbindungen aus Stahl zu einer Fachwerkkonstruktion zusammengesetzt, die seitlich von Trägern gestützt wird. Versteifende Betonwände und die Stahlteile betonen als Kontrastelemente die Wärme des Holzes.

Die Verkleidungen bestehen hauptsächlich aus Holz, die großen Fassadenflächen der Säle sind mit Kupferplatten geschützt, die eine grünliche Patina annehmen. Die Innenflächen bestehen aus Kiefernholz und Birkensperrholz, aus Bretterkonstruktionen und akustischen Holzjalousien. Bei den Bretterverkleidungen ist noch die Spur der Hobelschneide zu sehen.

Die Oberflächen sind entweder transparent behandelt worden, so dass ihre natürliche Farbe erhalten bleibt, oder man hat sie unbehandelt gelassen, damit sie mit der Zeit eine Patina annehmen. Die Fußböden der Säle sind Planken aus Kiefernholz, die mit Öl behandelt wurden. Sie lassen Assoziationen an den Körper eines Musikinstruments oder an eine Holzschatulle auttommen. Die Fichtenbretter an den Fassaden sind in traditioneller Weise mit Rotockerfarbe gestrichen worden.

Die Holzbauteile machen es möglich, ausdrucksstarke, leicht verständliche Konstruktionen zu erstellen. Pfeiler, Balken, Roste und Fachwerke sowie deren Verbindungen, der Wechseln zwischen tragenden und getragenen Konstruktionen sowie die sichtbare Schichtung der Bauteile tragen dazu bei, die Hierarchie und die Stimmung der verschie¬denen Räume gedanklich zu gliedern.

Die Möblierung der Säle und Hallen sind aus Ulme und Winterlinde. Die Kunstwerke im Altarraum und der Taufnische sind aus geleimtem Holz, das unterschiedlich bearbeitet wurde. Grauerle und Espe bringen ihre wechselhatten Maserungen in die Werke ein.

Die Spezialmöbel sind von Jouko Järvisalo entworfen worden. Die Altarkunstwerke hat Pauno Pohjolainen geschaffen, und das Votivschiff aus Papier in der Eingangshalle ist ein Werk von Merja Winqvist.

Die Leimholzkonstruktionen hat die Firma Late-rakenteet Oy hergestellt, und die Holzauskleidungen im Inneren der Kirche sind von der Firma Ideapuu Oy.

Die Holzkirche von Laajasalo ist auf der Grundlage des Entwurfs realisiert worden, der in einem im Jahre 2000 ausgetragenen Wettbewerb den Sieg davongetragen hat. Die Kirche wurde im Advent des Jahres 2003 eingeweiht.

Finnische Holzpreis 2004

Projekt in Kürze
Lage: 
Helsinki, Laajasalo
Bauunternehmer: 
Lujatalo Oy
Bauherr: 
Helsingin seurakuntayhtymä
Größe: 
1600 bm2
Tragwerksplanung: 
Insinööritoimisto Magnus Malmberg Oy
Spezialplanung: 
Insinööritoimisto Olof Granlund Oy, Insinööritoimisto AkukonOy
Bauunternehmer: 
JP-Terasto Oy