Kirche von Viikki

Der Wunsch des Bauherrn war es, eine modern Holzkirche zu bekommen, die zugleich die finnische Architekturtradition weiterführen sollte. Ferner sollten bei der Planungsarbeit sowohl alte Bauverfahren als auch neue Lösungen untersucht werden. Die Ausführung basiert auf einem Entwurf, der in einem Architekturpreis den ersten Preis gewonnen hatte. Mit dem Entwurf sollte zudem ein hochwertiges Bauen mit Holz gefördert werden.

Von Anfang an ging man bei der Planung davon aus, diese Ziele mit weitgehender Vorfertigung zu erreichen. Die Bauteile sollten sich zu einer Gesamtheit aus einem Material zusammenfügen lassen. Der Architektur wurde der Vorrang vor der strukturellen Effizienz eingeräumt, aber die architektonischen Entscheidungen wurden auch von der Möglichkeit bestimmt, die Produktteile in rationeller Weise anfertigen zu können.

In den Linien der Traufen wiederholen sich die Formen des Baumbestandes, und das Gebäude verwächst somit mit dem umgebenden Park. Am Glockenturm vorbei gelangt man zur Kirche, die einen Teil der Raumgesamtheit von Kirchplatz und Park bildet. Die Pfeiler im Kirchsaal enden oben in einer Balkenkonstruktion, durch die das Tageslicht einfällt. Die Räume machen den Eindruck, als seien sie wie Lichtungen im Wald in den Bau hineingearbeitet worden.

Die bündelförmigen Leimholzpfeiler der Säle wurden an die Gründungen befestigt und liegen auf dem unteren Betonabschluss auf. Indem an die Pfeiler wärmegedämmte Außenwandelemente angebracht und die Plattenelemente der Decke mit den Leimholzbalken verbunden wurden, wurde das Gebäude versteift. An die Plattenversteifungen der Innenwände wurden bereits im Werk Holzpaneele angebracht. Die Architektur der Räume wurde so in einem Male fertig gebaut.

Beim Bauen wurden dauerhafte und zugleich leicht erneuerbare Materialien verwendet. Die grau patinierten Fassaden sind mit segmentierten Erlenschindeln und fein gesägten, waagrechten Brettern verkleidet. Zur Sicherung der hohen Qualität wurde genau darauf geachtet, woher das Holz stammte und wie es eingeschlagen, getrocknet, bearbeitet, transportiert, gelagert und montiert wurde.

Die Fichtenpaneele im Kirchsaal sind in Richtung des Radius zugesägt worden, was das Leben des Holzes minimiert und zugleich das Holz strapazierfähiger macht. Die Holzflächen sind mit einer Laugenseife gewaschen wurden, so dass man sie leicht reinigen und erneuern kann. Die Akustik-Elemente unter der Decke sind aus formgepresstem Furnier.

Die Möbel wurden eigens für die Kirche maßgeschneidert.Der Paarstuhl im Saal erinnert an eine lange Kirchenbank. Die mit segmentiertem Erlenfurnier akzentuierten Altarmöbel heben sich vor dem dreiteiligen Altarwerk ab, dessen weinrote Nuancen mit der Stärke des Lichteinfalls variieren.

Holz ist ein menschliches Material. Für Holzarchitektur ist es nur natürlich, dass das Material Assoziationen erweckt. Moderne Bauten sind häufig betont zweckmäßig, und deswegen hat ein Ziel der Planung darin gelegen, den Zusammenhang mit lebender Tradition zu finden. Die Kirche von Viikki ist bestrebt, das mit Worten Unbeschreibbare sichtbar werden zu lassen.

Projekt in Kürze
Lage: 
Helsinki, Viikki
Bauherr: 
Helsingin seurakuntayhtymä
Tragwerksplanung: 
Insinööritoimisto Ylimäki & Tinkanen Oy
Spezialplanung: 
Insinööritoimisto Matti Ollila Oy
Bauunternehmer: 
Peab Seicon Oy